Unser geistliches Leitprinzip
Jesus, unser Herr, leitet selbst die Gemeinde! Dies ist unsere Gewissheit und es ist unser tiefer Wunsch. Wir wollen uns ihm zur Verfügung stellen und seinem Willen folgen. Dabei erleben wir die Führung des Heiligen Geistes auch in den Schwestern und Brüdern, die mit uns diesen Dienst tun.
Eine wichtige Grundhaltung ist darum, dass wir aufeinander hören, liebevoll miteinander umgehen, einander achten und sensibel sind, "was der Geist der Gemeinde sagt" (Offenbarung 2-3). Gott leitet durch den Mund von Einzelnen unter uns. Wir suchen Gottes Weg und seine Meinung, nicht unsere eigene. Dabei kommen unterschiedliche Perspektiven zusammen und manchmal ringen wir um unsere gemeinsame Position. Wir haben aber fast nie kontroverse Abstimmungen, sondern finden meistens mit Gottes Hilfe einen gemeinsamen Weg. Christus leitet seine Gemeinde.
Leitung und Eigenverantwortung
Wir sind dankbar, dass es in unseren Gemeinden viele Menschen gibt, die ihren Glauben selbstbewusst und eigenverantwortlich leben. Wir stehen dafür, dass Menschen im Glauben wachsen und theologisch und persönlich mündig sind und werden. Die Gemeindeleitung wird die Eigenverantwortung und die Initiativen von Gemeindegliedern weiter unterstützen. Viele Initiativen kamen bisher schon von Einzelnen und wurden dann zu Brennpunkten des Gemeindelebens. Wer in die Leitung gewählt ist, der beobachtet genau, was passiert, stärkt, was schwach ist, und begleitet die Aufbrüche.
Unsere Stellung in der Ev.-Luth. Kirche in Jena
Juristisch gesehen sind wir ein "Örtlicher Beirat". Das Lutherhaus, die Schillerkirche und Marienkirche Ziegenhain sind formal keine "Gemeinden" der EKM, sondern sie sind gemeinsam ein "Sprengel" der "Kirchengemeinde Jena", die vom "Gemeindekirchenrat" geleitet wird. Faktisch ist es aber seit vielen Jahrzehnten so, dass dieser Gemeindekirchenrat die geistlich wesentlichen Entscheidungen den örtlichen Beiräten überlässt, wie z.B. Art und Frequenz der Gottesdienste, Wahl der Pfarrer, Strukturen, Baufragen usw. Damit sind wir faktisch die "Gemeindeleitung"!
Die Hauptsatzung der Kirchengemeinde Jena überträgt den Sprengeln die "Gestaltung des Gemeindelebens". Es ist uns bisher gut gelungen, die drei gelebten Gemeinden Lutherhaus, Schillerkirche und Ziegenhain von einer gemeinsamen Gemeindeleitung Wenigenjena zu leiten. Die Gemeinden von Schillerkirche und Marienkirche Ziegenhain verhandeln viele Fragen zudem in ihren Mitarbeiterkreisen. Alle sechs Jahre werden Gemeindeleitung und der Gemeidekirchenrat neu gewählt.
Praktische Arbeit der Gemeindeleitung
Wir treffen uns monatlich, tauschen uns aber auch darüber hinaus aus. Wir beten für die Gemeinde, hören bei jedem Treffen einen geistlichen Impuls und setzen in unserer Jahresklausur jeweils einen besonderen thematischen und geistlichen Schwerpunkt.
Wir bemühen uns, möglichst viel Praktisches zu delegieren, insbesondere Baufragen und Finanzen, um Zeit für geistliche Leitung zu haben. Wenn Dinge zu detailliert werden, lagern wir sie in Arbeitskreise aus, wie es mit der Erarbeitung von Gesprächsleitfäden zur Begleitung von Bereichs- und Teamleitern oder bei der Reform des Morgengottesdienstes geschah.
Wir wissen, dass die Gemeinde ein lebendiger Organismus ist und nicht alles von oben gesteuert werden kann und sollte. Viele Impulse kommen aus den Teams und von einzelnen Mitarbeitern. Wir geben den Mitarbeitern in den Bereichen und Teams darum viel Eigenverantwortung. Die allermeisten praktischen Fragen werden dort selbst geklärt. Wir wollen Bereichsleitungen einsetzen, die das Ganze im Blick haben: Wie sie bei Musik und Aufwind schon funktionieren, so sollen sie auch in Kinderarbeit und Morgengottesdienst folgen.
Diese Bereiche begleiten wir kontinuierlich; wir wollen mit den Bereichsleitern über Perspektiven und Herausforderungen nachdenken und bei Bedarf gemeinsam Lösungen suchen. Wenn akute Probleme oder Fragen auftreten, dann interveniert und unterstützt die Gemeindeleitung. Wir bearbeiten Tagesprobleme oder Konflikte, die in der Gemeinde auftreten. Darum sind wir als "Draufgucker" achtsam, was in der Gemeinde passiert.
In der Jesusnachfolge wollen wir dienend und demütig agieren.
Das ist der eher reaktive Teil unserer Arbeit. Noch wichtiger ist uns aber die geistliche Arbeit an den Zielen und der Vision der Gemeinde, wie sie sich insbesondere aus dem Vorbild der Urgemeinde, den GNADE-Werten Gemeinschaft – Nachfolge – Anbetung – Dienst – Evangelisation, den Qualitätsmerkmalen wachsender Gemeinden und unserer Visionsformulierung von 2002 (2011 erneuert) ergeben und in unserem Gemeindemotto "Gott erfahren – Leben teilen" zusammengefasst sind.
Immer wieder fragen wir: Wo wollen wir hin? Welche Schwerpunkte setzen wir? Was sollten wir erneuern und auf aktuelle Anforderungen anpassen? Die Jahresthemen, Predigtreihen und Seminare, die wir anregen oder festlegen, dienen dazu, um diese Ziele in die Gemeinde zu tragen.
Bei allem ist uns bewusst: Für die Vision von einer geschwisterlichen Gemeinde mit Jesus in der Mitte tritt jede und jeder von uns als Person ein. Wir stehen dafür auch mit unserem eigenen Leben und Glauben. Unsere Leitung geschieht durch unser Vorbild und Miteinander genauso wie durch unsere Beschlüsse und Aktionen.
beschlossen in der Gemeindeleitungs-Sitzung am 4.3.2.2025